Viele Möglichkeiten

Ideen unserer Anwender:

Walter Hoffsommer schreibt:

Sehr geehrter Herr Butschal,
anbei wie versprochen einige Polaroids von dem von mir gebauten Staubsaugeranschluß.
Er besteht aus einem durchgebohrten Holzklotz, einer Gummiabdichtung und 2 angeschraubten Aluplatten.

Die beiden losen Aluplatten verwende ich zum Pressen der Quick-Cast Masse (mit einer Schraubzwinge).Der Kunstoffreduzierring ist aus einem Heimwerkerladen (zum Anschluß von Schleifmaschinen an Staubsauger).
Nach dem Zusammenstecken ist das Ganze so stabil, daß ich das Gerät (wie auf dem Bild) am festen Staubsaugerschlauchendstück halten kann.

Dies empfiehlt sich aber nur, wenn eine wirklich feste Verbindung entsteht.


Als Nächstes will ich mir von Ihrem Gerät eine doppelt große Ausführung bauen, um etwas mehr Modellraum zu erhalten. Mal sehen ob´s genau so gut funktioniert.
Danke für Ihr Interesse.
Mit freundlichen Grüßen,
Walter Hoffsommer

Der Fußschalter ist ein handelsübliches Teil, welches in der stabilsten Art 2,95 DM kostet.

Antwort Heinrich Butschal:

Sehr geehrter Herr Hoffsommer
vielen Dank für Ihre Idee, ich kann mir vorstellen daß sie sehr gute Gußergebnisse erbringt, jedoch hätte ich Angst daß beim Hochkippen vielleicht doch etwas flüssiges Metall daneben läuft. Ich würde mir unbedingt einen stabilen Schweisserhandschuh an der linken Hand anziehen.
Mit freundlichem Gruß,
Heinrich Butschal

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RB schreibt:

So richtig klar komme ich damit allerdings noch nicht! Fließt einfach nicht richtig aus. Das Abformen funktioniert prima, da kann man nicht klagen. Ich werde mal in der Allgem. Scheideanstalt anrufen und extra Gußgold bestellen. Vielleicht wird das Mat. zu schnell kalt (fest). Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Ich erhitzte es einmal sogar so, dass es anfing zu sieden. Das ist aber nicht so toll! Nun, mit mehr Übung funktioniert es sicher besser.Ich werde jetzt auch mal mit Zinn probieren. Mein Sohn wünscht sich eine besondere Medaille.

Mit freundlichen Grüßen
RB

Antwort Heinrich Butschal:

Sehr geehrter Herr Bayer,
hoch erhitzen ist schon richtig. Wenn es anfängt zu sieden liegt das nicht daran daß das Gold selbst kocht ( auch wenn es so aussieht) sondern daß im Gold gelöste Gase ausgetrieben werden. Wenn Sie dann giessen bleiben gelöste Gase in der Schmelze, die dann beim Kristallisieren frei werden und für gasporöse Güsse sorgen.

  1. Verwenden Sie eine sauerstoffreiche (aggressive, spitze) Flamme und halten Sie beim Schmelzen mindestens 1 cm Abstand zwischen der hellblauen Flammenspitze und der Goldoberfläche. Verwenden Sie zum Entgasen mein Entgasungspulver und warten Sie bis das „Kochen“ aufgehört hat.
  2. Wenn die Teile nicht ausfließen und Sie bereits den Gußkanal so gerade und lang wie möglich geschnitten haben, dann empfehle ich Ihnen den Glanzzusatz AC 9.105 der nebenbei die Oberflächenspannung zerstört und das Gold dünnflüssiger macht.

MfG Heinrich Butschal

Sehr geehrter Herr Tomann,

iich freue mich über Ihren ersten Erfolg, die Model und das geprägte Leder sehen ja phantastisch aus.
Iich werde Ihre Fragen gerne weiter unten beantworten
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Sg. Herr Butschal!

Dilettare heißt auf Italienisch „sich erfreuen“.
Mag sein, dass ich ein Stümper bin, jedenfalls habe ich Freude an der Arbeit mit Metall und möchte es einsetzen für meine anderen Arbeiten als Buchbinder. Und wer weiß: vielleicht schaffe ich es eines Tages, für unseren Abt ein Brustkreuz in Silber zu gießen?

Bestimmt 🙂

Das Paket mit dem quick cast set ist heute angekommen. Ein italienisches Wunder, zu Ferragosta!

Iich möchte damit vor allem Messinggravuren nachgießen, die in der Buchbinderei zum Prägen von Leder verwendet werden. Ein erster Versuch ist recht gut gelungen. Allerdings habe ich im Augenblick nur eine ziemlich „wilde“ Legierung aus Zinn und Blei (alles Abfälle) im Hause. Messing kann ich mir erst im September besorgen, momentan ist Ferragosta (ital. Superurlaub-alles geschlossen).

Darf ich einige Fragen stellen:

  1. Muss man das Material luftdicht aufbewahren, kann es sonst verdunsten, austrocknen? Eigentlich ist es ja eine Art von Sand, der durch eine Art Öl verdichtet wird? Liege ich da richtig?

    Antwort:
    Es ist ein Ölsand zusätzlich mit einer honigartigen Erdölkomponente, ähnlich einem Klebstoff zäher gemacht. Dadurch ist die Festigkeit für kleine Strukturen höher und gleichzeitig etwas elastisch.
    Es trocknet meines Wissens nicht aus, lediglich nach langer Lagerung (1-3 Jahre) in kühlen Räumen kristallisiert das Bindemittel aus und die Masse wird hart und bröselig. Durch kurzzeitiges Erwärmen und kneten kann eine solche Masse wieder brauchbar gemacht werden.

  2. Kann, soll man es wiederverwenden? Wie oft? Ich habe heute immer wieder das selbe genommen und bemerkt, dass der erste Guß der sauberste war.

    Antwort:
    Der Teil der Masse der rot ist, kann ohne Qualitätseinbussen immer wieder verwendet werden. Nur der der schwarzbaruane Teil muss wegegworfen werden. Ich schäle den schwarzen Teil gleich nach dem Guss wieder heraus. Der rote und verdichtete Teil soll am besten zwsichen den Handballen durch kneten wieder weich gemacht werden.

  3. Viele meiner Vorlagen sind ca. 7 mm hoch (Messing-Gravuren oder Zink-Ätzungen). Damit kein Problem. Ich habe das Material mit der Buchbinderpresse in den Rahmen gepresst, dann das Klischee in die Masse gepresst, und dann noch einmal den zweiten Rahmen draufgepresst. einzige Schwierigkeit, dass manchmal bei herauslösen der Form, die Masser am Rand ausbricht. Vielleicht muss ich Geschicklichkeit trainieren.
    Nach dem öffnen der zwei Rahmen kann man das Original ein bisschen nach links und rechts drücken, dadurch entstehen kleine Abstände zur Einbettmasse. Dann wird das herauslösen leichter.

    Wie kann ich es aber anstellen, bei den Handstempeln, wo an der Gravur ein ca. 5. cm langer Dorn ist, der dann in einen Handgriff kommt? Liegend einbetten kommt nicht in Frage, weil sonst das Motiv nicht eingeprägt wird. Stehen einbetten, ja – aber wie bekomme ich die Form wieder heraus, sie ist ja unten, wo das Motiv in die Masse gepresst wird, größer und der Dorn oben ganz dünn?
    Eine Möglichkeit wäre, mir eine weiter Gußform zu basteln, aus einem durchgeschnittenen Rohr. In das untere kommt nur die Gravur, sodaß ich sie wieder hochheben kann. Das obere Rohr hat eine Bohrung, die den Dorn ergibt, ich kann ihn ja dann spitz zuschleifen, zum Einschlagen in das Handheft.

    Haben Sie vielleicht ein Bild des Originals damit ich mir das besser vorstellen kann?

    Oder wüßten Sie eine bessere Lösung?

    Antwort:
    Wenn Sie eine sehr feine Form abbilden wollen, habe ich auch schon mit Graphitpuder die Oberfläche der Einbettmasse bestäubt, dies glättet zusätzlich. SIe können auch einen Gipsabdruck (gut getrocknet oder im Backofen bei über 100°C, am besten bei 200°C) mit dem Model einbetten und dann nach entfernen der Model die Gipsform wieder in die richtige Position legen, bevor Sie die Formrahmen schließen. Damit können Sie auch extrem feine Güsse erzielen. Dauert halt nur länger durch das trocknen.

    Dann könnten Sie auch durch den Dorn giessen, wenn die Gipsplatte ganz unten positioniert ist.

  4. Gibt es ein Wachs zum Modellieren, das so hart ist, dass man es in die Gußmasse pressen kann, ohne dass es sich verformt? Ich möchte nämlich gerne auch eigene Entwürfe machen.

    Antwort:
    Die Wachse, die ich habe, eigen sich eher für 3-D Formen für Ihren Zweck würde ich Hartgummiplatten, wie man sie zum besohlen von Absätzen für Schuhe bekommt oder Linoleum empfehlen.

  5. Welches Material läßt sich für den Dielttanten leicht gießen und ist hart genug um geprägt zu werden (erhitzt auf ca. 100-120 Grad)? Früher machte man alles oder Messing, bzw. die Kataloge der Fa. Dornemann (ca. 1920) preisen ihren harten Rotguß (ist wohl Bronze). Blei/Zinn ist zu weich, verpresst sich zu rasch.
  6. Antwort:
    Messing oder Rotguss ist besimmt von den Prägeigenschaften hevorragend aber benötigt eine hohe Schmelztemteratur. Diese ist nur schwer zu erreichen.
    Es gibt für diese Zwecke sogenannte Hartgusslegierungen mit einem Schmelzpunkt unter 500 °Celsius aus denen auch Gürtelschliessen für Kleidung gemacht werden.
    Im Moment weis ich leider keine Bezugsquelle, aber vielleicht geben Sie Ihrer Legierung etwas Zink dazu dann wird sie auf jeden Fall härter.
    Ich werde mal nach Alternativen suchen.
    Eventuell kann ich Ihnen auch etwas legieren mit dem Sie zurechtkommen. Wieviele Kilo würden Sie denn gerne haben?

Im attachment der erste Guß und eine damit gemachte Lederprägung mit Goldfolie.


MfG Heinrich Butschal

Herr Toman ist über diese Adresse zu finden.